Maltesischer Wetterfrosch und Wetterempfindlichkeit

Malta, Wettervorhersage, Wetterfühligkeit, 10 Tipps
Malta, Wettervorhersage, Wetterfühligkeit, 10 Tipps

Was haben der maltesische Wetterfrosch und meine Wetterfühligkeit miteinander zu tun?

10 Tipps für Stimmungsschwankungen bei Wetterschwankungen

Malta Weather forecast. Today: Partly cloudy, feels like 24°C, High 20°C Low 14°C

 

 

Wir haben längere Monate letztes Jahr auf Malta gelebt. Da uns das Wetter oft überrumpelt hat, habe ich schließlich den Newsletter mit den Wettervoraussagen abonniert. Auch jetzt - schon längst zurück im Burgenland - beziehe ich ihn aus nostalgischen Gründen immer noch!

Damals ist mir als Erstes das „Feels like“ aufgefallen. Eine Temperatur fühlt sich an wie …. Das fand ich sehr amüsant. Ich kannte aus Deutschland und Österreich, dass die Wettervoraussagen versuchen, „objektive“ Daten zu veröffentlichen. „Feels like“ klingt recht subjektiv. Ich fing an, darauf zu achten, wie ich Wetter „fühlte“. Bisher war Wetter für mich zu kalt, zu heiß, zu naß, zu trocken, zu windig …. also nie richtig! Hihihi. Aber ich hätte nie gedacht, dass „gefühltes Wetter“ anders sein kann als „reales“ bzw. dass es eine „gefühlte“ Temperatur gibt und eine „tatsächliche“.

Vor allem wie können Wetterstationen einen so subjektiven Wert wie eine „Gefühlstemperatur“ angeben? Aber das soll nicht unser Thema heute sein.

 

Um was geht es in dem Artikel?

 

Ich möchte die Frage stellen, ob es sein kann, dass ich mit zunehmendem Alter zunehmend wetterfühliger werde und ob das bei Euch auch so ist.

Was ist Wetterfühligkeit überhaupt?

In welchem Zusammenhang stehen Psyche, Körper und Klima?

Wie verbreitet ist sie?

Welche Symptome treten am häufigsten auf?

Gibt es Geschlechter- und Altersbedingt eine unterschiedliche Wahrnehmung von Wetter?

Und schließlich: wie können wir mit Wetterfühligkeit umgehen? Welche Tipps gibt es …

 

Die Fakten

Definition

Es muss doch einen Zusammenhang geben zwischen Psyche, Körper und Klima.

Denken wir zumindest. Die Forschung jedoch kommt zu anderen Ergebnissen: 

 

„Für eine Wetterfühligkeit im Sinne, dass Personen bei ganz bestimmten Wetterlagen Beschwerden irgendwelcher Art (Narbenschmerzen, Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen etc.) haben, gibt es keine wissenschaftlich gesicherten Aussagen.“

 

Und weiter: 

 

„Mitte des letzten Jahrhunderts sind zahlreiche Publikationen erschienen, die durch rein statistische Auswertungen eine kaum zu überschauende Zahl von Zusammenhängen zwischen irgendwelchen Wetterphänomenen oder Wetterlagen … und medizinischen Reaktionen angeblich nachweisen. Oft widersprechen sich die Resultate diametral. … In allen diesen Fällen sind die durch Wetter bedingte, zusätzliche Effekte sehr gering, und in vielen Fällen muss davon ausgegangen werden, dass sie zufällig sind. … Selbst das im Alpenraum sprichwörtliche Kopfweh bei Föhn konnte bisher statistisch nicht nachgewiesen werden! (Hinzu kommt das Problem, dass es gar nicht trivial ist, "Föhn" zu definieren. Meint man damit, dass man sich im Föhnwind befindet, oder dass einfach irgendwo in einem Alpental Föhn herrscht, dem man aber nicht direkt ausgesetzt ist? Dieses Problem existiert auch für andere Wetterlagen.)“ (Quelle 1)

 

Verbreitung

Auch wenn wissenschaftlich „Wetterfühligkeit“ nicht belegt werden kann, scheint sie weit verbreitet zu sein.

Das gibt sogar Prof. em. Richner zu:

 

„Dennoch, rund die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet sich als wetterfühlig. Experimente, bei denen angeblich wetterfühlige Personen Vorhersagen über Wetterwechsel (z.B. Durchzug einer Front, Auftreten einer Bisenlage, etc.) machten, verliefen in den allermeisten Fällen negativ. Die wenigen positiven Resultate liessen sich, wie erwähnt, nicht wiederholen und müssen deshalb als zufällig betrachtet werden.“ (s. Quelle 1)

 

Selbst der sog. Föhnwind ist uns wissenschaftlich nicht mehr sicher! 

 

Symptome

Der Frage der Verbreitung von Wetterfühligkeit und welche Symptome auftreten können, ist jedoch auch der Deutsche Wetterdienst mit einer Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach nachgegangen.

So ganz von der Hand zu weisen, kann Wetterempfindlichkeit dann doch nicht sein, denn ….

 

„Die Ergebnisse zeigen, dass 50% der Befragten der Meinung sind, dass das Wetter auf ihre Gesundheit viel oder zumindest etwas Einfluss hat. Die häufigsten Symptome bei diesen wetterfühligen Befragten waren: Kopfschmerzen und Migräne (59%), Müdigkeit (55%), Abgeschlagenheit (49%), Gelenkschmerzen (42%), Schlafstörungen (40%). 29% der Wetterfühligen waren im Jahr vor der Befragung mindestens einmal nicht in der Lage, ihrer normalen Tätigkeit nachzugehen.“ (Quelle 2)

 

Besonders Kopfschmerzen und Migräne liegen an erster Stelle der Symptome. Die Journalistin Elena Schad geht sogar soweit vom „Der Wetterfrosch in meinem Kopf“ zu schreiben, wie ihr Artikel in der FAZ betitelt ist:

 

„Jörg Scheidt, Professor der Hochschule Hof, ist einer der wenige, die sich noch für das Phänomen begeistern können. Zusammen mit Studenten hat er 2011 das „Migräne-Radar“ gegründet. Mit Hilfe der Website will der Physiker dem Zusammenhang zwischen Wetterumschwüngen und Kopfschmerzen auf den Grund gehen. Betroffene melden hierfür ihre Schmerzattacken und ihren Aufenthaltsort auf der Seite.

 

Durch beide Informationen können Studenten und Professor eine Karte der regionalen Häufigkeit von Kopfschmerzen erstellen. Nachrichten über 21.000 Migräneanfälle und fast 6000 Kopfschmerzattacken gingen bisher bei der Seite ein. Die Arbeitsgruppe um Scheidt verglich die Daten mit der jeweiligen Tagestemperatur. Auch dieses Ergebnis bestätigt die Wahrnehmung der aktuellen Umfrageergebnisse: Temperaturänderungen können Kopfschmerzen auslösen.“ (Quellen 3 + 4)

 

Also doch zumindest im „Volksglauben“ ist Empfindlichkeit auf klimatische Schwankungen weit verbreitet. 

Schmerzen in den Beinen, in den Gelenken, Migräne oder schmerzende Narben bei Wetterfühligkeit können alles ja keine Einbildung sein! 

 

Gender und Alter

Ich hätte gedacht, dass besonders Frauen und generell Menschen ab der Lebensmitte besonders wetterempfindlich wären. Aber unter all den fachlichen Quellen, habe ich nur einen Beleg dazu gefunden eines Neurologenteams:

 

„Betroffen sind besonders die mittleren (also sogenannten "besten") Lebensjahre und das weibliche Geschlecht. Die Dauer erstreckt sich auf einige Monate zwischen Herbst und Frühjahr.“ (Quelle 5)

 

10 Tipps im Umgang mit Wetterempfindlichkeit

Tipps, wie wir mit wetterbedingten Stimmungsschwankungen und Schmerzen umgehen können und Erleichterung finden oder sogar vorbeugen können, hab ich nur in so Apothekenzeitschriften gefunden.

Mir scheint, dass das Gebiet der Meteoropathie in der medizinischen Forschung nicht ernst genug genommen wird.

Biowetter Warnungen beschränken sich ja meist auf Ozonwertungen und Pollenmeldungen.

Also fasse ich Euch hier mal einige Tipps aus der Hausapotheke und vor allem aus meinen eigenen Erfahrungen zusammen.

 

Was tun bei Wetterfühligkeit: 

 

  1. Akzeptieren ist schon mal ein erster Schritt.
  2. Tagebuch führen, wann hast Du Dich wie gefühlt.
    Dann kannst Du besser einschätzen, welchen Ursprungs die Symptome gerade sind und musst Dich nicht gleich beunruhigen. 
  3. Abwarten und Tee trinken ist dann die Devise. 
  4. Wenn die Stimmung oder die Schmerzen über einen längeren Zeitraum nicht besser wird,
    dann unbedingt ärztliche Hilfe zuziehen. 
  5. Oftmals tut es ein Bluttest und es wird ggfs. ein Vitamin D Mangel festgestellt, der leicht zu beheben ist durch Tropfen und der Deine Stimmung erhellt auch wenn es draußen kaum hell sein sollte ;-)
  6. Tägliche Bewegung in der Natur bei Wind und Wetter -
    freilich nur mit passender Kleidung und wenn es der allgemeine Gesundheitszustand erlaubt.
    Die Idee ist, die Widerstandskraft des Körpers und der Seele zu stärken, so dass sich der Mensch nicht so schnell umhauen lässt von Wetterschwankungen.
  7. Entspannungsübungen hilft gestressten Menschen, dem Hamsterrad zu entkommen.
    Aber Achtung!
    Am Anfang der Übungspraxis kann es gut sein, dass dann der gesamte Stress erst recht als solcher empfunden wird.
    Alles erscheint dann noch schlimmer zu sein.
    Es ist ratsam, sich nicht nur medizinisch beraten zu lassen sondern auch seelisch begleiten zu lassen. 
  8. Insgesamt entstressen - slow down.
    Das kann die logische und natürliche Konsequenz sein, wenn ein Bewusstsein entwickelt wurde für das, wie wir unser Leben führen.
    Mehr Gelassenheit im Alltag verhilft uns auch, Dinge eher zu akzeptieren und nicht mehr dagegen anzukämpfen.
    Wir nehmen uns dann so an, wie wir sind und mögen uns trotzdem noch (s. a. Punkt 1).
  9. Sport, Gymnastik, Bewegung, Yoga, Zumba - egal was.
    Alleine oder in einer Gruppe.
    Wie es jedem und jeder beliebt.
    Durch Konzentration auf die Bewegungsabläufe entziehen wir dem Kopfkarussel Energie und denken nur in die Bewegung, in den Körper, in den Muskel hinein.
    Alles andere hat dann gar keinen Platz mehr im Geist.
    Und das befreit und erleichtert!
  10. Ziel, Zweck, Zwei, Zipperlein
  • Ziel
    Haben wir ein Ziel vor Augen, dann richten wir unser Leben auf dieses Ziel hin aus und uns haut nix so schnell um.
    Föhn? Kopfweh? Ok! Egal.
    Ich habe noch was vor im Leben!
  • Zweck
    Wenn wir den Sinn und Zweck sehen, warum wir hier auf der Welt sind,
    mögen wir uns viel lieber selbst und nehmen uns so an, wie wir sind.
    Dann können wir halt mal nicht so funktionieren im Leben. Auch gut!
  • Zwei steht für Beziehung
    Können wir uns auf FreundInnen und Familie verlassen, wuppen wir den Alltag viel leichter.
    Leben und gestalten wir unsere Beziehungen liebevoll, dann sind wir automatischer glücklicher und gesünder.  
  • Zipperlein
    Auch mit Wetterfühligkeit sind wir (hoch)sensiblen Menschen alltagstauglich. Wir müssen uns nicht verstecken. Im Gegenteil! Wir können ja auch mal über uns selbst lachen. Selbst wenn uns vor lauter Wetter mal wieder zum Heulen ist!

 

Der maltesische Wetterfrosch also …

Dank des maltesischen Wetterfrosches weiß ich nun, dass es nicht erstaunlich ist, dass ich mich je nach Wetter mal so und so fühlen kann.
Eines weiß ich sicher.

Nur weil es „objektiv“ heißt, heute werden es so und so viele „gefühlte“ Grad werden, lass ich mich nicht mehr davon beirren.

Denn der Weather Forecast Malta lag selten bis nie richtig … da weiß ich besser, wie ich das Wetter „fühle“ und kann mich so besser darauf vorbereiten ;-)

Es ist bei meinem Mann und mir zum geflügelten Wort geworden:

Wie ist das Wetter heute? „Feels like partly cloudy“ ist z.B. die Antwort.

Und dann wissen wir beide, dass strahlender Sonnenschein wird, denn unsere Gefühle irren sich nie aber die Wettervorhersage schon ;-)

 

Eure Kerstin Frei von Lebenskunst ab der Lebensmitte 🍀

 

Mehr Lebenshilfe Tipps findet Ihr auch in meinen anderen Texten sowie in den Videos. 

Tolle Interviews mit ExpertInnen zu Themen der 2. Lebenshälfte findet Ihr hier

Wünscht Ihr ein kostenloses Erstgespräch, eine längerfristige Begleitung zu Euren Lebensthemen ab der Lebensmitte, dann findet Ihr unten auf der Startseite mehr Hinweise über mich und hier könnt Ihr mich ankontaktieren

 

Quellen

Quellen alle abgerufen April 2017

  1. Prof. em. Dr. Hans Richner Inst. für Atmosphäre und Klima ETH Zürich (2016)
    http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/05/Basisinformation1608.pdf
  2. https://www.dwd.de/DE/leistungen/gefahrenindizesbiowetter/allgemeines.pdf?__blob=publicationFile&v=3
  3. http://www.faz.net/aktuell/stil/leib-seele/viele-menschen-leiden-unter-wetterumschwuengen-13255923.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2
  4. Prof. Scheidts Migräne Radar
    www.migraene-radar.de/
  5. Prof. Dr. med. Volker Faust, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie und Team
    http://www.psychosoziale-gesundheit.net/
Malta, Wettervorhersage, Wetterfühligkeit, 10 Tipps, Kerstin Frei, Graphik
Malta, Wettervorhersage, Wetterfühligkeit, 10 Tipps, Kerstin Frei, Graphik

Wie geht Ihr um mit Wetterempfindlichkeit? Welche Tipps habt Ihr für Wetterfühlige?

Kommentar schreiben

Kommentare: 0