5 Sprachen der Liebe

"5 Sprachen der Liebe"  "Dr. Gary Chapman"  "Kommunikation in der Partnerschaft" Bestseller
"5 Sprachen der Liebe" Kerstin Frei zu Dr. Gary Chapmans Konzept über Kommunikation in der Partnerschaft

Lebenskunst 50+ 4. Teil

5 Sprachen der Liebe

Radio Maria Lebenshilfe 08.08.16

 

 

Podcast der Radiosendung hier zum Nachhören.

 

Ein herzliches Grüß Gott liebe Hörerfamilie von RM Österreich (und Südtirol).

Wo ist die Liebe geblieben?

 

I. Teil

 

Liebe Hörerfamilie, in dieser Sendereihe „Lebenskunst ab der Lebensmitte“ beschäftigen wir uns mit Themen zur 2. und 3. Lebenshälfte. 

Ich bin Trainerin und Beraterin für Menschen ab 50+ und arbeite einzeln, in Gruppen und auch online zu den Anliegen meiner Klientinnen und Kunden.

Es mag Sie vielleicht wundern, dass wir ein Buch besprechen, das betitelt ist mit: „Die 5 Sprachen der Liebe. Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt.“ 

Es stimmt, es ist ein bisschen komisch, denn man könnte ja davon ausgehen, dass Kommunikation gerade am Anfang der Ehe eingeübt werden sollte und nicht wenn wir schon 50+ sind. 

Die Statistik Austria belegt laut ORF Artikel vom Juli 2015, dass fast die Hälfte aller Scheidungen in den ersten zehn Ehejahren erfolgen (= 47,5 Prozent). Aber weitere 39,1 Prozent - also fast 40 % - nach zehn bis 25 Jahren Ehedauer. 

Und erstaunlicherweise etwa jedes 7. Ehepaar trat noch nach der Silberhochzeit den Gang zum Scheidungsrichter an, darunter auch 16 Paare nach der Goldenen Hochzeit. 

Die Praxis zeigt also, dass auch langjährige Partnerschaften immer häufiger getrennt werden. 

Dafür gibt es verschiedenste Ursachen und Erklärungen. 

Die Kinder sind aus dem Haus und das Familiengefüge setzt sich neu zusammen. Bei den Männern setzt oftmals eine Midlife Crisis ein - also die Krise der Lebensmitte - die sie unruhig werden lässt und sie zum Nachdenken anregt, ob „da nicht mehr drin sei im Leben“. Beruflich, persönlich und auch in der Liebe suchen viele Männer in diesem Lebensabschnitt die Abwechslung.

Bei Frauen kommen viele körperliche Veränderungen, die auch psychische und seelische Wandlungen - eben Wechsel - nach sich ziehen. Es kann sich in Unsicherheiten ausdrücken oder in Hinterfragen der bisher gelebten Routinen. Neue Visionen wollen entwickelt werden. 

In diesen für beide Partner wechselhaften Phasen ist eine gelingende Kommunikation ganz wesentlich, um den Anderen mit einzubeziehen in die eigene „Denke“ und in die sich wandelnden Gefühle, seien es Neugierde auf Abenteuer, Ausbrechen aus dem Alltag, Unisicherheiten, Ängste, Unlust, Bedürfnis nach Veränderungen …. alles ist möglich und vieles ist neu. 

Gerade jetzt - oder jetzt erst recht - sollten sich Ehepartner gut aufeinander einstellen können, um sich gegenseitig zu verstehen und einander zu stützen. 

Wir sind herausgefordert, die eigene Sprachfähigkeit zu fördern, um sich besser mitteilen zu können, so dass der andere einen besser versteht. 

Auf der andern Seite ist es noch wichtiger geworden, den Partner / die Partnerin zu verstehen, um den Wandel nachvollziehen und nah dabei sein zu können. 

Sonst bleibt die Liebe auf der Strecke und wir leben uns voneinander weg. Gerade in der 2. Lebenshälfte geht es eigentlich darum, die reifen Früchte der der guten Saat einer langjährigen Ehe zu ernten und nicht jetzt erst recht einsam, verlassen und alleine im Scherbenhaufen der Ehe übrig zu bleiben. 

Wie können wir es schaffen, die Liebe frisch zu erhalten und immer von neuem anzufeuern - auch wenn sich über die Zeit Routinen eingeschlichen haben und eine gewisse Ernüchterung Platz genommen hat im Alltag der Partnerschaft; auch wenn der Wechsel der Zeit uns vielleicht unvorbereitet so verändert, dass wir uns selbst gar nicht recht wieder erkennen geschweige denn unser Partner / unsere Partnerin. 

So ist es - denke ich - wirklich auch für diese Programmreihe der Lebenskunst ab der Lebensmitte von großer Bedeutung, sich mit Ehethemen und Kommunikation in der Ehe auch jenseits der 50 zu beschäftigen.

Lassen wir uns von dem US - amerikanischen Seelsorger und Psychologen Dr. Gary Chapman inspirieren. In seinem Buch „Die 5 Sprachen der Liebe. Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt.“, das im Francke Verlag erschienen ist, richtet er sich nicht speziell an ältere Paare. Das soll uns aber nicht daran hindern, seine wertvollen Ausführungen genau auf die Fragen der Generationen 50+ hin anzuwenden. Er gibt in seinem Buch etliche Beispiele von längeren Ehen, deren Liebe dadurch wieder neu entflammt ist, weil die Partner es gelernt haben, die Liebessprache des Anderen zu sprechen. 

Unterschiedliche Sprachen der Liebe 

Vielleicht haben einige von Ihnen, werte Hörerinnen und Hörer von Radio Maria, meine Sendung im März gehört zum Buch „Die 5 Sprachen des Verzeihens“, das Dr. Gary Chapman zusammen mit einer Paartherapeutin geschrieben hatte. 

Dann kennen Sie schon das Prinzip, um das es bei diesem Ansatz geht. 

Lassen Sie mich nochmals kurz zusammenfassen, wie der Seelsorger vorgeht.

Dr. Chapman geht davon aus, dass es insgesamt 5 verschiedene Liebessprachen gibt - also Arten und Weisen, seine Liebe auszudrücken.

Wenn wir bereit sind, die Sprache der Liebe unseres Partners zu lernen, dann kann Ehe auf Dauer gelingen und wieder neu belebt werden. 

Erst so können wir uns in der Liebe verständlich machen. 

Dazu gehört freilich auch, dass wir uns über unsere eigene Liebessprache bewusst werden und klar kommunizieren lernen, was wir brauchen, damit wir uns geliebt fühlen vom anderen.

Ihre ganz persönliche Sprache der Liebe unterscheidet sich vielleicht so sehr von der Ihres Partners, wie sich Chinesisch und Deutsch voneinander unterscheiden.

Das Erlernen der Liebessprache des Anderen, ist fast so wie das Erlernen einer Fremdsprache. 

Die meisten von uns haben in Ihren Partnerschaften unterschiedliche Muttersprachen der Liebe. 

Wollen wir kommunizieren lernen, so müssen wir die Fremdsprache der Liebe des Anderes erkennen, erlernen und praktizieren.

Was ist Liebe und was ist Verliebtsein? 

Zur Existenzgrundlage des Menschen gehört das Verlangen, jemandem vertrauen zu können und geliebt zu werden. Die Ehe ist dazu da, dieses Bedürfnis nach Nähe und Liebe zu stillen.

Wir brauchten bereits Liebe, bevor wir uns verliebten, und werden sie ein Leben lang brauchen. Das meint, dass wir über eine erste Verliebtseinsphase hinaus immer damit beschäftigt sein werden, unsere gegenseitige Liebe zu nähren. 

Gerade davon können langjährige Partnerschaften ein Lied singen!

Dem Menschen ist es sozusagen grundgelegt, dass er sich nach Liebe sehnt.

In der Euphorie des Verliebtseins, also wenn Liebe im Überschwang vorhanden ist, dann sind wir in der Phase, in der man sagt, dass „Liebe blind macht“. 

Wir wähnen uns im Vorhof des Himmels.

Vor der Hochzeit träumen wir von den Freuden des Ehelebens ... Es fällt dann schwer, den Tatsachen ins Auge zu sehen, wenn man verliebt ist.

Wenn wir verliebt sind, ist es uns nicht wichtig, ob wir uns weiterentwickeln. Wir haben vielmehr das Gefühl, das Ziel schon erreicht zu haben.

Doch nach dieser Phase müssen wir zugeben, dass wir unsanft in der Realität gelandet sind.

Jetzt heißt es, die Liebe auf festen und beständigen Grund zu stellen.

Die Liebe aus Verstand und Willen ... ist genau die Art Liebe, die die Weisen dieser Welt uns schon immer ans Herz gelegt haben.

Doch das geschieht nicht von selbst. Da müssen wir schon aktiv an uns selbst und unserer Beziehung arbeiten!

Rechtzeitig tanken!

Gary Chapman verwendet das Bild eines Liebestanks. Ist der Liebestank eines Menschen gefüllt, dann ist er so ausgeglichen, dass er die Herausforderungen des Lebens bestehen kann. 

Ist der Tank nicht gefüllt genug, dann kann Vieles schief gehen im Leben. Dann kann es sein, dass diese Person so instabil wird, dass es ihr schwer fällt, das Leben zu meistern und sich verantwortungsbewusst anderen Menschen und der Umwelt gegenüber zu verhalten.

Chapman spricht eine WARNUNG aus. Warnung in Anführungszeichen sozusagen:

Wer die fünf Sprachen der Liebe kennt und die Muttersprache der Liebe seines Partners beherrscht, muss mit radikalen Verhaltensänderungen rechnen. Menschen benehmen sich anders, wenn ihre Liebestanks gefüllt sind.

Die Anführungszeichen deuten darauf hin, dass die Warnung nicht bedrohlich verstanden werden soll. Denn Tatsache ist, dass nicht nur wir zu einem besseren und „ganzeren“ Menschen sozusagen werden, wenn wir uns angenommen und geliebt fühlen, sondern die Warnung deutet auch an, dass sich die Beziehung „radikal“ sozusagen zum Besseren wandeln kann, wenn die Liebestanks beider Partner gut gefüllt sind. 

Es ist also möglich, wenn Sie ganz intensiv an sich und der Beziehung arbeiten und die Sprache der Liebe Ihres Partners beherrschen und anwenden, dass auch eingerostete Liebe wieder lebendig und glücklich werden kann. 

 

II. Teil:

 

 

Auch wenn das Buch des amerikanischen christlichen Seelsorgers nicht speziell für die 2. und 3. Lebenshälfte geschrieben wurde, stelle ich es in meiner Themenreihe vor, da wir im ersten Teil der Sendung schon feststellten, dass wir auch gerade JETZT zum Alter hin uns nichts sehnlichster wünschen, als gute Beziehungen, Freundschaften und schließlich eine treue und liebevolle Ehe. 

So möchte ich Ihnen nun die Liebessprachen im Einzelnen vorstellen. Zum Mitschreiben sozusagen …

Hören Sie dabei auch ein bisschen in sich hinein. Vielleicht gibt es die eine oder andere Aussage, die Ihnen gleich bekannt vorkommt. Eine Haltung oder ein Bild, das Sie sehr anspricht und von dem Sie meinen, das könnte Ihre persönliche Liebessprache sein oder die Ihres Ehepartners / Ihrer Partnerin. 

Es ist gut, wenn wir von allen Sprachen der Liebe wissen. 

Konzentrieren können wir uns dann auf ein, zwei Wesentliche. Sonst - wenn wir uns auf zu viele Veränderungen gleichzeitig konzentrieren - verliert uns wieder der Mut, das Miteinander in der Partnerschaft zu verbessern. 

Nun also die einzelnen Liebessprachen.

 

Sprache der Liebe Nummer 1: 

Lob und Anerkennung

 

Eine Möglichkeit, Liebe auszudrücken, ist der Gebrauch Mut machender Worte. König Salomon, Autor der alten hebräischen Weisheitsliteratur, schrieb: 

„Tod und Leben sind in der Gewalt der Zunge.“ (Sprüche 18,21) 

Viele Paare haben noch nicht begriffen, welche Wirkung es hat, wenn beide sich gegenseitig Lob und Anerkennung aussprechen. 

Salomon schrieb außerdem noch: „Kummer im Herzen des Mannes drückt es nieder, aber ein gutes Wort erfreut es.“ (Sprüche 2,25) 

Komplimente sind wirkungsvolle Kommunikatoren der Liebe. Sie kommen am besten an, wenn sie als kurzes, aussagekräftiges Lob dem andern zugesprochen werden.

Die Liebessprache ist vielleicht Lob und Anerkennung und die verschiedenen Dialekte sind z.B. Ermutigende, Freundliche und Höfliche Worte.

Wenn wir einander lieben wollen, müssen wir wissen, was der andere sich wünscht. Auch wie der Andere sich wünscht, wie wir mit ihm und ihr reden. 

Das, was in unserem Partner aufgrund von Ängsten und Unsicherheit schlummert, wartet vielleicht nur darauf, von uns durch ermutigende Worte geweckt zu werden, so dass der geliebte Mensch, sein und ihr Potenzial entfalten kann.

Ermutigen kann nur, wer mitfühlt und die Welt mit den Augen des Partners sieht. Zuerst müssen wir also in Erfahrung bringen, was unserem Partner wichtig ist.

Wenn wir wirklich Nähe in unserer Beziehung herstellen wollen, müssen wir die Bedürfnisse des andern kennenlernen.

Die Menschen neigen dazu, ihren Lebensgefährten dort am heftigsten zu kritisieren, wo für sie emotional der größte Mangel herrscht. 

Machen Sie es sich bewusst, wo Sie seelisch unter Mangel leiden. 

Wo Ihr psychischer Tank nicht aufgefüllt ist sozusagen. 

Arbeiten Sie an sich mit einem Seelsorger, einer Therapeutin und versuchen Sie nicht, ihrem Partner die Schuld zu geben. 

Jede kleinste Kritik kann für Menschen, deren Liebessprache Lob und Anerkennung ist, vernichtend sein. Sie werden es dann nicht mehr so leicht haben, das Vertrauen Ihres geliebten Menschen wieder her zu stellen. Beginnen Sie mit einem Kompliment, wenn Sie etwas anbringen möchten, das Sie in Ihrer Partnerschaft stört. Aber befragen Sie auch Ihren Seelsorger, inwiefern dieses Problem auch mit Ihnen selbst zu tun haben könnte und packen Sie sich an die eigene Nase! 

Praktische Tipps können wir am Ende der Vorstellung aller Sprachen noch angehen. Nun gehen wir erstmal über zur 2. Sprache der Liebe.

 

2. Sprache der Liebe - Zweisamkeit

 

Die 2. Sprache der Liebe, ist nach Dr. Gary Chapman die Zweisamkeit genannt, die Zeit nur für den anderen; die Zeit in der sich die Liebenden ungeteilte Aufmerksamkeit schenken.

Hier ist der Person wichtig, dass sich Partner und Partnerin ganz exklusiv Zeit schenken und sich einander zuwenden. 

Der geliebte Mensch steht da ganz im Vordergrund des Interesses.

Allein auf die räumliche Nähe kommt es nicht an … Zweisamkeit ist ungeteilte Aufmerksamkeit - das kann notfalls auch über Telefon sein, wenn die Partner eine Fernbeziehung führen oder wenn der eine z.B. im Krankenhaus oder auf Kur ist. 

Das Miteinander ist der Person, die die 2. Liebessprache spricht, sehr wichtig und nicht das Nebeneinander.

Das Zwiegespräch ist dem Menschen der 2. Liebessprache geläufig. Das zugewandte Sprechen und Zuhören im Paargespräch ist diesem Menschen ganz natürlich.

Viele von uns haben es nämlich gelernt, Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden. Wir vergessen allerdings oft, dass die Ehe keine zu erfüllende Aufgabe und kein zu lösendes Problem ist, sondern eine lebendige Beziehung!

In ihr will reden gelernt sein

Wenn Sie das gemeinsame Gespräch erst lernen müssen, sollten Sie aufschreiben, was Sie unterwegs erleben und dabei empfinden. Dann können Sie dies später mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin besser teilen. 

Eine Möglichkeit, neue Verhaltensweisen zu lernen, besteht darin, eine tägliche Zeit für den Gedankenaustausch zu vereinbaren, in der man über drei Erlebnisse des Tages und die damit verbundenen Gefühle spricht.

Es geht bei dieser Liebessprache auch nicht nur darum, miteinander zu sprechen, sondern auch etwas gemeinsam zu erleben.

Ein Nebenprodukt dieser gemeinsamen Unternehmungen ist das Guthaben an schönen Erinnerungen, auf das man später immer zurückgreifen kann.

Weitere Tipps zu dieser Liebessprache können Sie uns später gerne vorstellen!  Sie können die Hörerfamilie anregen mit ihren praktischen Lebenstipps.

Nun gehen wir über zur 3. Liebessprache.

 

Sprache der Liebe Nummer 3: Geschenke, die von Herzen kommen

 

Geschenke sind in dieser Liebessprache sichtbare Zeichen der Liebe

Wenn die Muttersprache der Liebe Ihres Partners das Schenken ist, dann können Sie es lernen, mit viel Phantasie immer das Richtige zu finden.

Diese Sprache der Liebe ist besonders leicht zu erlernen.

Geschenke und das liebe Geld

Sie können Ihrem Partner, der die Liebessprache des Schenkens spricht, kein größeres Geschenk machen, als gegenwärtig zu sein in Zeiten der Krise. 

Sie schenken sich also selbst sozusagen ….und das kostet gar nix - also kein Geld, sondern nur Zeit :-)

In dieser Liebessprache ist es wichtig, dass Sie Ihrer Partnerin / Ihrem Partner gegenüber aufmerksam sind. 

Was hat Ihr geliebter Mensch letztens gesagt, über was er sich freuen würde, oder was ihm interessant erscheint und was er gerne machen würde?

Geschenke sind in dieser Liebessprache nicht nur materialistisch zu verstehen. Auch Unternehmungen, Aktivitäten und kleine Erinnerungsstücke könnten dies sein. Ein feines Essen, das sich ihre Partnerin schon so lange wünscht ist ein Geschenk. Oder eine bestimmte Blume aus dem Wald mitgebracht, die Sie beide beim letzten Spaziergang entdeckt hatten. Oder die DVD mit nach Hause gebracht von dem Film, von dem er immer schon spricht. 

Weitere Tipps und Anregungen können wir dann später auch gerne von Ihnen noch hören liebe Hörerfamilie von Radio Maria.

Nun erstmal weiter zur 4. Sprache der Liebe.

 

Sprache der Liebe Nummer 4: Hilfsbereitschaft

 

Jede Bitte weist der Liebe den Weg, aber jede Forderung bringt sie zum Erliegen. 

Hier geht es also auch darum, dass der eine Partner lernt, Bitten um Hilfsdienste so zu formulieren, dass die Partnerin sich nicht gleich überfordert fühlt. 

Der Eine, der diese Sprache selbst nicht spricht, kann lernen, mehr darauf zu achten, über welche Gefälligkeiten sich die Andere wirklich freuen würde und was ihren Liebestank füllen könnte. 

Freilich gilt es abzuwägen. Es darf nicht zu viel werden, so dass sich die hilfsbereite Person ausgenutzt fühlen könnte.

Es sind oftmals wirklich nur Kleinigkeiten, die das Herz der Frau wirklich höher schlagen lassen können - liebe Herren …

beispielsweise kann es einen erheblichen Liebesdienst darstellen, das trockene Geschirr unaufgefordert zu verräumen, nachdem die berufstätige Frau und Mutter oder eben die Oma schon eingekauft, gekocht und gespült hat …. :-) 

kleine helfende Hände sind ungemein viel Wert … 

 

 

Sprache der Liebe Nummer 5: Zärtlichkeit

 

Berührungen können eine Beziehung knüpfen oder zerstören. Sie können Hass oder Liebe vermitteln. Es ist daher wichtig, gut voneinander zu wissen, welche Vorerfahrungen gemacht wurden. Wie wurde in der Herkunftsfamilie mit Körperlichkeit umgegangen? Waren Berührungen zärtlich und liebevoll oder ist schon bei Kleinigkeiten geschlagen worden? Wurden Zärtlichkeiten gar nicht ausgetauscht, so dass es jetzt einen Mangel gibt, der ausgeglichen werden möchte?

Sprechen Sie miteinander, wie mit Körperlichkeit umgegangen wurde. 

Vielleicht herrscht auch eine große Scham vor und der andere traut sich nicht, so zu umarmen wie Sie selber. 

Haben Sie Verständnis füreinander und entwickeln Sie Geduld. Gerade auch, wenn Zärtlichkeit und Körperlichkeit nicht Ihre Liebessprache ist, benötigen Sie das Verständnis Ihres Partners, dass Ihre körperliche Scheu nicht von mangelndem Interesse rührt sondern von mangelnden Erfahrungen in der eigenen Familie. 

Der Körper braucht Zärtlichkeit - gerade in Krisenzeiten

Wenn Ihre Frau z.B. Zärtlichkeit als wichtigsten Liebesbeweis versteht, dann ist ihr bei Leid und Schmerz nichts wichtiger als eine Trost spendende Umarmung

Jemand, der diese Liebessprache vor allem spricht, wird es als schmerzlich empfinden, wenn keine Zärtlichkeiten ausgetauscht werden. Es kann sein, dass sich der Partner dann zurückzieht, weil er zu sehr spürt, was fehlt. 

Es hilft manchmal schon eine kleine freundliche Berührung, um den Damm zu brechen. Geben Sie sich gegenseitig die Chance. 

 

Nun habe ich Ihnen - liebe Hörerinnen und Hörer von Radio Maria - die 5 Sprachen der Liebe in Kürze vorgestellt. 

Ich bitte nun um etwas Musik und lade Sie recht herzlich ein, uns Ihre Erfahrungen mitzuteilen. 

Haben Sie Ihre Liebessprache schon anhand der Titel und Beispiele ausfindig machen können? Haben Sie auch bemerkt, welche Sprache Ihr Mann, Ihre Frau spricht? 

Wie passt es zusammen? Müssen Sie die andere Sprache mühsam lernen oder liegt sie Ihnen eh?

Ich bitte nun die liebe Irene um etwas Musik und die Telefonnummer. 

 

 

III. Teil

 

Liebe Hörerfamilie von Radio Maria - 

Wie haben Sie intuitiv schon die Liebessprachen gesprochen und so Ihre Ehe immer wieder zum Aufblühen gebracht - auch wenn die Phase des Verliebtseins schon ein Weilchen zurück liegt?

 

In den ersten beiden Teilen haben wir gehört, wie Dr. Gary Chapman das Konzept der Liebessprachen entwickelt hat, um in der Ehe die Liebestanks der Partner zu füllen. 

Mit gefüllten Liebestanks kann eine Beziehung, auch wenn sie alt, eingerostet und fest gefahren wirkt, wieder lebendig und liebevoll werden. 

 

Die 5 Sprachen der Liebe sind in aller Kürze ins Gedächtnis gerufen: 

Lob und Anerkennung

Zweisamkeit

Geschenke

Hilfsbereitschaft

Zärtlichkeit

 

 

So geht es jetzt darum, die eigene Liebessprache und die des Partners oder der Partnerin zu erkennen und einzuüben.

 

Entdecken Sie Ihre Muttersprache der Liebe

 

Wie finden Sie heraus, welche Muttersprache der Liebe Sie sprechen?

Wodurch wird Ihnen am deutlichsten bewusst, dass Ihr Partner Sie liebt?

Was kränkt Sie ganz besonders am Verhalten Ihres Partners?

Überlegen Sie in aller Ruhe, welches Ihre persönliche Liebessprache sein könnte.

 

Drei Möglichkeiten also, die eigene Muttersprache der Liebe kennenzulernen:

Was kränkt Sie ganz besonders am Verhalten Ihres Partners?

Das Gegenteil davon ist wahrscheinlich Ihre persönliche Liebessprache.

Was erbitten Sie besonders häufig von Ihrem Partner?

Das, was Sie am häufigsten erbitten, ist für Sie wahrscheinlich auch der unmissverständlichste Liebesbeweis.

Auf welche Weise bekunden Sie dem Partner Ihre Liebe?

Die Ausdrucksmittel, die Sie benutzen, würden wahrscheinlich auch Ihnen die Botschaft vermitteln, dass Sie sich geliebt fühlen können.

 

Welche Liebessprache spricht Ihr Partner?

Und wie sieht es mit Ihnen selbst aus? Was können Sie noch tun, um sie zu entdecken?

Rufen Sie gerne an, wenn Sie uns Ihre praktischen Tipps geben möchten, wie Sie intuitiv schon mit Ihrem Ehemann, Ihrer Ehefrau so gesprochen haben, dass er oder sie Sie gut versteht. 

 

IV. Teil Schlusswort:

 

Egal, ob Ihr Liebestank komplett leer ist oder vor Liebe überquillt, ob Sie Ihre Liebessprache kennen oder nicht, spielen Sie nächsten Monat das Liebestank-Spiel. Versuchen Sie es mal :-)

Fragen Sie Ihren Ehepartner dreimal die Woche danach, wie voll (oder auch leer) auf einer Skala von null bis zehn sein Liebestank ist. 

Wenn Ihr Partner jedes Mal mit zehn antwortet, dann können Sie stolz auf sich sein.

Wenn es ein niedrigerer Wert ist, dann üben Sie sich weiter in der Liebessprache des Partners zu sprechen. Fragen Sie ruhig, was Sie besser machen könnten.

Glauben Sie, es wird nicht so einseitig bleiben. 

Wenn Ihr Partner sich wieder mehr oder noch mehr geliebt fühlt, wird auch er seine Liebe wieder oder noch mehr zeigen und alles 1000fach zurück schenken. 

Wenn Ihre Ehe in einer Krise ist, dann … entschliessen Sie sich zur Liebe!

Wie kann es uns gelingen, die Liebessprache des Partners zu sprechen, wenn die vergangenen Niederlagen in unserer Beziehung nur Schmerz, Zorn und Groll hinterlassen haben? 

Die Antwort auf diese Frage finden wir nur, wenn wir ein entscheidendes Wesensmerkmal unseres Menschseins berücksichtigen: 

Wir sind Geschöpfe mit einem freien Willen. Und das bedeutet, dass wir leider allzu oft Entscheidungen mit schlimmen Folgen treffen. 

Wir verletzen andere durch Worte und Taten. 

Und es gibt keinen Grund, auf solche Entscheidungen stolz zu sein, auch wenn sie manchmal in der Situation gerechtfertigt erscheinen mögen. Aber falsche Weichenstellungen sind ja kein unabänderliches Schicksal. 

Stattdessen können wir sagen: „Es tut mir leid. Mir ist bewusst, dass ich dich verletzt habe, und ich möchte es in Zukunft anders machen: 

Ich möchte dich in der Sprache lieben, die du kennst, und mich auf deine Bedürfnisse einstellen.“

 

Gerade in meiner letzten Sendung in der Reihe Lebenshilfe im März haben wir von den 5 Sprachen des Verzeihens gehört. 

Immer wieder hat der Seelsorger und Eheberater Dr. Gary Chapman erlebt, dass Ehen, die kurz vor der Scheidung standen, dadurch gerettet wurden, dass die Beteiligten sich willentlich für die Liebe entschieden haben.

Die Liebe löscht die Vergangenheit zwar nicht aus, aber sie gestaltet die Zukunft neu. 

Wenn wir uns entschließen, unsere Liebe dem Partner dadurch unmissverständlich zu zeigen, dass wir seine Sprache der Liebe sprechen, dann schaffen wir eine Atmosphäre, in der es möglich sein wird, vergangene Konflikte und Fehler aufzuarbeiten.

 

Liebe Hörerfamilie von Radio Maria - das wünsche ich Ihnen, dass Sie die eigene Sprache der Liebe und die Ihrer Frau, Ihres Mannes so erlernen, dass Ihre Ehe auch in der 2. und 3. Lebenshälfte wieder zärtlich aufblüht und treue und erfüllende Beständigkeit entwickelt. 

Denn gerade im Alter wünschen wir uns vertrauensvolle Beziehungen bis ans Lebensende. 

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Ehe Gottes treuen und bestärkenden Segen! Ihre Kerstin Frei 

 

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