Erfolg ist kein Name Gottes ....

… das war eine meiner Erkenntnisse als ich vor einigen Jahren aus einer 3 monatigen Auszeit wieder zurück in meinen Job ging. 

 

Mein Job war damals im kirchlichen Bildungsbereich. Ich war Studienleiterin an einer bekannten „Leuchtturm Institution“. Meine Aufgaben waren konzeptionell kreativ und koordinatorisch stressig. Eigentlich eine gute Mischung. Ich war öffentlich „wer“. Das tat dem Ego gut und doch merkte ich, dass die Laufbahn sich wohin entwickelte, wo sie für mich nicht stimmte.

„Erfolg ist kein Name Gottes“ … das las ich an der Mauer eines österreichischen geistlichen Zentrums. Dieser Satz ging mir durch und durch. Was machte er nur mit mir? Warum zog er mich so an? 

 

Für mich genießt politische, geisteswissenschaftliche und persönlichkeitsentwickelnde Bildung einen hohen Stellenwert. Da wir im Kultur- und Veranstaltungsmanagement auf hohem professionellem Niveau arbeiteten (das tut die besagte Institution immer noch sehr High-Level!) waren wir freilich auch den Zahlen, Daten und Fakten verpflichtet. Nach und nach rückten diese sehr in den Vordergrund zu Ungunsten der Inhalte. Die seelsorgliche Komponente fehlte mir zunehmend. Ich habe zwar mit meinen Gesprächsveranstaltungen ganze Säle gefüllt, und viele Menschen gingen sicherlich auch bewegt nach Hause, aber für mich blieb dann nur noch die Evaluation der Veranstaltung nach Zahlen, Daten, Fakten. 

 

Ich bekam einen zunehmenden Argwohn gegenüber „Erfolg“. Da kam mir dieser Spruch freilich Recht. Er hat mich angesprochen, weil mir in messbaren großen Veranstaltungen der Einzelkontakt und vor allem der Effekt, also die Wirkung auf die BesucherInnen, nicht mehr spürbar war. 

 

So dachte ich also tatsächlich, dass „Erfolg kein Name Gottes“ sein kann….

 

Dieser quantitativ fassbare Begriff von Erfolg, den ich oben beschrieben habe, geht sicherlich nicht auf das Konto des liebenden Gottes, so wie ich IHN kennenlernen durfte. 

Mittlerweile bin ich aus diesem System ausgestiegen und ich suche nach neuen Definitionen von Erfolg. Was bedeutet für mich nun Erfolg außerhalb dieses Systems?

 

#MaraStix regte zu dieser Blog Parade an, in der sie einlud, uns mit Erfolg aus weiblicher Sicht zu befassen. Näheres dazu hier: http://marastix.com/weiblich-erfolgreich-blog-parade/

 

Natürlich können wir viel von Männern lernen. Z.B. mit mehr Selbstbewusstsein und mehr Selbstverständlichkeit sprechen und für unsere Interessen eintreten und und und. 

Ich glaube meine Haupterkenntnis, die ich gezogen habe, ist folgende:

 

Auch ich „darf“ erfolgreich sein - nur ich verstehe Erfolg mittlerweile anders:

mir ist die Frage wichtig, was habe ich bewirkt?

Inwiefern hab ich meine Talente zum Wohl der Menschen eingesetzt? 

Welche Spuren hab ich im Gegenüber hinterlassen?

Was nimmt die andere Person Gutes mit für ihr Leben nach einem Gespräch, einer Beratung, einem Training mit mir?

Inwiefern konnte ich den anderen Menschen fördern?

 

So gesehen ist selbst „Erfolg ein Name Gottes“ - dann ist er nämlich weiblich … nach dem natürlichen mütterlichen Prinzip der Weitergabe und Weiterentwicklung. 

 

Kerstin Frei auf http://marastix.com/weiblich-erfolgreich-blog-parade/

https://www.facebook.com/LebensKunstInDerLebensMitte/

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